In großen Höhen, wo die Luftdichte abnimmt und der Sauerstoff knapper wird, ist der Mensch mit einer harten Realität konfrontiert: Ohne Akklimatisierung kann er schnell krank werden − oder Schlimmeres. Bergsteiger, die die höchsten Gipfel der Welt erklimmen, greifen zum Überleben auf Sauerstoff in Flaschen zurück. Was aber, wenn die Herausforderung nicht darin besteht, einen Berg zu besteigen, sondern eine Kaffeerösterei auf dem Dach der Welt zu errichten?
Dieses Kundenprojekt führt uns nach Lhasa, der Hauptstadt Tibets, die auf atemberaubenden 3.661 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Hier haben die Teams von K's Espresso und der chinesischen PROBAT-Vertretung Fudapack eine bemerkenswerte Leistung vollbracht: die Installation und Inbetriebnahme eines Spezialitätenrösters P05e in einer der höchsten Lagen der Erde.
„Wir mussten viele Faktoren abwägen - Sicherheit, Stabilität der Gasversorgung, Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte“, erklären Gaga und Röstmeister Beans, das Geschwisterduo hinter K's Espresso. Beraten von Fudapack entschieden sie sich schließlich für die elektrische Version des P05 Spezialitätenrösters. Kurz darauf machten sich die Ingenieure von Fudapack auf den Weg nach Lhasa, wo sowohl physische als auch technische Herausforderungen auf sie warteten.
Denn die große Höhe macht nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch der Röstmaschine. So stellten die Ingenieure schnell fest, dass die Zulufttemperatur nicht die erforderlichen Werte erreichte. Nachdem der Röster 20 Minuten lang mit 100 % Heizleistung gelaufen war, stieg die Lufttemperatur nur auf 260 °C − weniger als erwartet. Glücklicherweise war die Lösung schnell gefunden: Die Technikererhöhten die Umdrehungsfrequenz der Ventilatorwelle des Zuluftgebläses von 40 auf 50 Hz. Mit dieser Anpassung stieg auch die Lufttemperatur und die Rate of Rise (RoR) − ein Maß für die Geschwindigkeit, mit der die Bohnen die Wärme des Rösters aufnehmen − erreichte ca. 24°C/min. Gute Bedingungen, um eine Charge von 5 kg in den gewünschten 12 bis 15 Minuten zu rösten.
Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Das Team wollte mehr Leistung, um die Röstung der Spezialitätenkaffees noch besser kontrollieren zu können. Nach reiflicher Überlegung wurde die Umdrehungsfrequenz auf 55 Hz erhöht, was eine maximale RoR von 26-28 °C/min ermöglichte. Nach tagelangen Anpassungen und Tests war schließlich die perfekte Röstung erreicht.
„Ich kann gar nicht beschreiben, wie aufgeregt ich bin, neben dem ersten PROBAT -Röster in Lhasa zu stehen“, sagt Beans. „Seine Leistung ist einfach unglaublich. Ich erinnere mich noch, wie mein Traum bei Repetition Coffee in Kansas mit einer 5-kg Röstmaschine von PROBAT begann. Damals verstand ich nicht, warum sie ihn 'Repetition' nannten, aber nachdem ich Tag für Tag Probe für Probe geröstet hatte, verstand ich es. Ihr Ziel war es, jede Tasse zu einem Erlebnis zu machen, das sich zu wiederholen lohnt. Das ist das gleiche Ziel, das ich für unsere Rösterei verfolge.
Präzision ist zu Beans Markenzeichen geworden. Jeden Tag passt er die Röstung an die Feuchtigkeit und Dichte der Bohnen an und führt bis zu zwanzig Verkostungen durch, um sein Handwerk zu perfektionieren. Auf diese Weise möchte er K's Espresso in Lhasa, wo der Spezialitätenkaffee noch in den Kinderschuhen steckt, zu einem lokalen Leuchtturm für Qualitätskaffee machen.